Ultimativer Farben Guide – Wie trägt & kombiniert man Farben?

Wie oft stehen wir  morgens vor dem Kleiderschrank und starren ratlos auf den Berg von bunten Klamotten, ohne blassen Schimmer, was wir heute, wie kombinieren sollen? Es ist uns allen schon passiert das wir in der Eile Farben falsch kombiniert haben und dafür komische Blicke oder Kommentare ernten durften. Damit ist jetzt Schluss, denn wenn Du nur ein Paar Regeln beachtest, ist das Farben kombinieren sau leicht. Ich begleite dich heute Schritt für Schritt durch die den Fashion Farben Guide, danach weißt du wie man Farben als Mann kombiniert und trägt.

Heute werden wir folgende Themen behandeln:
1. Welcher Farbtyp bist du?
2. Der Farbkreis
2.1. Analoge Farben kombinieren
2.2. Komplementäre Farben tragen
2.3. Kontrastfarben tragen
2.3.1. Hell-Dunkel-Kontrast
2.3.2. Kalt-Warm-Kontrast
2.4 Monochrome Töne tragen
2.4.1. Monochrome Töne setzten
3. Farben leicht kombinieren (Trick)
4. Tool: Farben leicht finden
3. Die wichtigste Regel

1. Welcher Farbtyp bist du?

Doch wo fängt man an? Am besten damit, dass man sich überlegt: Welche Farben passen zu meinem Typ? Den entsprechenden Blog-Beitrag habe ich hier verlinkt. Dieser klärt die Frage, welcher Farbtyp man selbst ist und welche Farben gut mit einem harmonieren. Mach den Farbtyp-Test bevor wir hier weiter gehen:

Welcher Farbtyp bist du?
Hier Klicken um zum Blog-Beitrag zu kommen

Dies schränkt zumindest die mögliche Auswahl an Farben ein wenig ein, welche man im eigenen Outfit unterbringen sollte. Wobei gesagt werden muss: Es ist lediglich ein Denkanstoß, entscheiden was man trägt sollte immer der eigene Geschmack sein.

2. Der Farbkreis

Nachdem wir nun festgestellt haben, welcher Farbtyp wir sind und welche Farben grundsätzlich zu einem passend, werfen wir einen Blick auf den Farbkreis / das Farbrad.

Das Farbrad wurde erstmals im 18. Jahrhundert von Sir Isaac Newton erfunden, als er versuchte, das Farbspektrum zu einem Rad zu verdichten und die Beziehung zwischen ihnen visuell darzustellen. Das Rad wurde in die folgenden Kategorien unterteilt. Während wir uns darauf konzentrieren werden, sie für Kleidung und Outfits zu verwenden, ist diese Theorie universell und gilt für fast alles, was mit Farben zu tun hat.

Das Farbrad zeichnet die Beziehungen zwischen den Farben des Regenbogens ab. Die Grundfarben – auch Primärfarben – (rot, blau, gelb) teilen das Rad gleichmäßig in Drittel. Auf halbem Weg zwischen jedem Primärpaar ist die jeweilige „sekundäre“ Farbe (grün, violett, orange) zu finden. Dieses Muster wiederholt sich über den gesamten Farbkreis hinweg. Die restlichen Farben sind Zwischenstufen die ebenfalls beim Mischen von Primär- und Sekundärfarben entstehen, teilweise werden diese auch als Tertiärfarben bezeichnet.

2.1. Analoge Farben kombinieren

Analoge Farben liegen direkt nebeneinander. Z.b. rot und rot-orange liegen direkt nebeneinander. Sie sind Analog und dadurch einfach zu kombinieren.

Analoge Farbkombination
Analoge Farbkombination

Wählt einfach eine Farbe aus dem Farbenrad und ergänzt euer Outfit durch Analogfarben.Am besten eignen sich Analogfarben-Kombinationen in Form von Accessoires wie Uhren oder Schal.

So sieht es in der Praxis aus:

Das kombinieren von zwei oder drei durchgehenden Farbtönen auf dem Farbkreis, die gut miteinander harmonieren, wird als analoge Farbanpassung bezeichnet.

2.2. Komplementäre Farben tragen

Komplementäre Farben liegen auf dem Farbenrad direkt gegenüber. Rot und Grün sind da ein gutes Beispiel. Diese Farben sind schwer kombinierbar, da sie komplett gegensätzlich sind. Eine grüne Hose zu einer roter Jacke ist für das menschliche Augen einfach ein bisschen „too much“. Der Grund dahinter: Das menschliche Auge empfindet diese Kombination nicht als harmonisch.

Wir können uns hier aber aushelfen! Wenn wir jetzt dem Grün oder Rot, weiß oder schwarz hinzufügen wird der Ton Heller (weiß hinzugefügt) oder dunkler (schwarz hinzugefügt). Dadurch machen wir die Farben etwas neutraler und können sie so besser zusammen tragen. 

Hier sieht man sehr gut, die Helligkeit oben ist sehr stark und das wirkt auf unser Auge nicht so gut. Sobald wir hier etwas Schwarz zur Farbe mischen (Helligkeit runterfahren) wird es viel angenehmen.

Komplementäre Farben können jedoch auch sehr gut harmonieren wie z.B. ein ein dunkles Blau zusammen mit einem Braunton wie hier.

So sieht es in der Praxis aus:

Es ist also nicht ausgeschlossen das diese Farben kombiniert werden können, es bedarf nur etwas mehr Fingerspitzengefühl beim Umgang mit Farben und vor allem stets im Hinterkopf behalten: Komplementäre Farbtöne könnt ihr mit niedriger Helligkeit leichter kombinieren. 

Komplementäres Farbpaar
Komplementäres Farbpaar

Einen kleinen Trick gibt es aber noch: Wenn du hoch gesättigte Komplementäre Farben trägst, kannst du den überreiz durch die Hohe Intensität der Farbe mit einer Neutralen Farbe dazwischen (z.B. Weiß) abwenden. Z.B. Hose Grün, T-Shirt Weiß und Jacke Rot.

2.3. Kontrastfarben tragen

2.3.1. Hell-Dunkel-Kontrast

Der Hell-Dunkel-Kontrast bedient sich – wie der Name schon sagt – der Helligkeit und Dunkelheit eines Farbtons. Damit lassen sich vor allem Tiefenwirkungen generieren, weil helle Töne optisch zurückweichen und dunkle Töne dem Betrachter „entgegenkommen“. 

Du hast vermutlich schon sehr oft mit Hell-Dunkel-Kontrasten gearbeitet ohne das du es wusstest. Wenn du z.B. eine Jeansjacke in Denim-Blau (hell) trägst und dazu ein Schwarzes Shirt (dunkel) kombinierst, hast du unbewusst einen Kontrast gebildet.

So sieht es in der Praxis aus:

Kontrastfarben tragen

Schwarz und Weiss eigen sich hier sehr gut dafür. Hier ein Beispiel an einer Blauen Jeans, wie sich die Blau Jeans vom hellen Kontrast zum Dunklen Kontrast ändern kann in dem man ein Weißes T-Shirt (hell) oder schwarzes Shirt trägt.

Gut zu Wissen: Weiß entsteht wenn man allen Farben mischt und Schwarz entsteht wenn man keinerlei Farben drin hat.

So sieht es in der Praxis aus:

Das ganze lässt sich natürlich auch mit anderen Farben machen außer Weiß und Schwarz, wie man an diesem Beispiel sieht.

So sieht es in der Praxis aus:

2.3.2. Kalt-Warm-Kontrast

Rot, Gelb und Orange werden als warme Farben bezeichnet, weil wir sie mit direkten Lichtquellen assoziieren. Bläuliche Töne hingegen, wirken eher kalt.

So sieht es in der Praxis aus:

Kontrast

2.4 Monochrome Töne tragen

Es scheint ein Kinderspiel zu sein, nur eine Farbe im gleichen Farbton für das gesamte Outfit zu tragen. Es ist jedoch aus offensichtlichen Gründen am schwersten zu kombinieren. Die gute Nachricht ist, dass monochrome Looks im Trend sind und nicht mehr als komisch gelten. Ich persönlich trage Töne wie Schwarz, Weiss und Grau am liebsten.

So sieht es in der Praxis aus:

2.4.1. Monochrome Töne setzten

Ich persönlich traue mich noch nicht an Monochrome Outfits mit bunten Farben. Ich nutze den Monochromen Look trotzdem in Kombination mit Kontrasten. (Mantel: Braun, hell | Hose, Rollkragenpullover: Schwarz, dunkel)   Ich hab zum Beispiel (siehe unten) die Uhr mit Ihrem braunen Band eingesetzt um einen Monochromen Look zwischen Mantel und Armband der Uhr zu schaffen.

So sieht es in der Praxis aus:


3. Farben leicht kombinieren (Trick)

Da wir jetzt grob die Grundlagen kennen, möchte ich euch einen Trick mit auf dem weg geben, welcher euch das Farben kombinieren leicht machen wird:
MARKEN, PRODUKTE UND LOGOS.

Wenn Ihr ein Outfit mit Farben tragen wollt und nicht wisst, welche Farben zusammen passen, könnt Ihr euch einfach an Marken, Produkten oder Logos großer Firmen Orientieren. Große Marken, beachten stets die Farbenlehre bei der Erstellung von Produkten oder Logos (Sie stecken viel Geld in die Forschung der Harmonie von den verwendeten Farben). Ihr könnt hier auf alles zurückgreifen:
Produkte, Logos, Flyer, Magazine, Autos, Werbung, Getränkebehälter, etc.

Achtung: Ihr müsst nicht den gleichen Farbton nehmen wie er beim Produkt verwendet wurde, Ihr könnt hier hellere oder dunklere töne nehmen (macht es harmonischer, wenn die Farben nicht zu knallig sind).

So sieht es in der Praxis aus (2 Farben):

So sieht es in der Praxis aus (3 Farben):

4. Toll: Farben leicht finden

Welche Farbe passt zu welcher? Komplementär, Monochrom oder Analog?
Mit diesem Tool, welches ich Tagtäglich als Grafiker nutze kannst du schnell und einfach die passenden Farben finden.

Kostenlos & Online: Adobe color CC

5. Die wichtigste Regel

Das war heute doch mal sehr viel Input! Zum Ende möchte ich euch eine Sache mit auf dem Weg geben, die ich damals als Grafiker-Neuling mit auf meinem Weg bekommen hab:
„Lass Farben für dich arbeiten und nicht gegen dich. Lerne auch mal die Regeln zu brechen und ehe du dich versiehst, hast du etwas neues erschaffen.“ 

Bei Farben ist am Ende das beste: PROBIEREN!

Wenn dir der Artikel geholfen hat, würdest du mich unheimlich unterstützen wenn du den Artikel teilst. Danke dir dafür! 🙂


Bunten Start in den Tag Freunde!

Teil 1: Test: Farbtyp bestimmen: Welche Farbtöne stehen dir? (klicken)
Teil 2: Ultimativer Farben Guide – Wie trägt & kombiniert man Farben? (dieser hier)
Teil 3: Muster (farbige) richtig tragen & kombinieren  (kommt…)